Ratgeber Zahnaufhellung
Zähne bleichen zuhause mit Hausmitteln, Streifen oder Schiene
Zähne bleichen zuhause geht auf vielen Wegen, doch die Mittel wirken sehr verschieden. Hausmittel und Weissmacher-Zahnpasten lösen vor allem Verfärbungen auf der Oberfläche. Die Eigenfarbe der Zähne hellt nur ein Bleichmittel auf, meist mit Wasserstoffperoxid. Im freien Verkauf ist dessen Gehalt in der Schweiz auf 0,1 Prozent begrenzt. Stärkere Mittel erhalten Sie nur über eine zahnmedizinische Fachperson.

Welche Methoden es gibt und was realistisch ist
Äussere Verfärbungen und Eigenfarbe der Zähne
Äussere Verfärbungen liegen auf dem Zahnschmelz, etwa von Kaffee, Tee, Rotwein oder Tabak. Die Eigenfarbe entsteht im Zahn, vor allem durch das gelbliche Zahnbein. Mit den Jahren wird der Schmelz dünner, und das Zahnbein schimmert stärker durch.
Die Methoden auf einen Blick
Das verändern die fünf Wege realistisch:
- Hausmittel: allenfalls Beläge, die Eigenfarbe bleibt.
- Aufhellende Zahnpasta: Verfärbungen auf der Oberfläche.
- Streifen und Gele aus dem Handel: je nach Produkt schwach bis deutlich heller.
- Schiene mit Gel über eine Fachperson: hellt die Eigenfarbe über mehrere Wochen auf.
- Bleaching in der Praxis: wirkt schneller, mit einem höher dosierten Mittel.
Wie Wasserstoffperoxid Zähne aufhellt
Wirkung in Zahnschmelz und Zahnbein
Wasserstoffperoxid dringt durch den Zahnschmelz bis ins Zahnbein. Dort setzt es aktiven Sauerstoff frei, der dunkle Farbstoffe in farblose umwandelt. Carbamidperoxid gibt im Mund rund ein Drittel seines Gewichts als Wasserstoffperoxid ab. Natriumperborat und Zinkperoxid setzen es ebenfalls frei. Die Grenzwerte zählen deshalb auch das freigesetzte Wasserstoffperoxid. Als peroxidfrei beworbene Produkte nutzen andere bleichende Stoffe.
Warum Füllungen, Kronen und Veneers ihre Farbe behalten
Bleichmittel wirken nur auf natürliche Zähne. Füllungen, Kronen und Veneers behalten ihre Farbe und können danach dunkler wirken. Wie wir Füllungen aus Komposit erneuern, erklärt die Seite zur Zahnerhaltung. Keramikkronen im CEREC-Verfahren fertigen wir direkt in der Klinik.
Welche Grenzwerte für Wasserstoffperoxid in der Schweiz gelten
Zahnaufheller gelten in der Schweiz als kosmetische Mittel. Massgebend ist Artikel 7 der Verordnung des EDI über kosmetische Mittel (VKos, SR 817.023.31, Stand am 1. Januar 2026). Die Grenzwerte stammen aus der EU-Kosmetikverordnung:
- Bis 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid: frei verkäuflich.
- Über 0,1 bis 6 Prozent: nur über Zahnärztinnen, Zahnärzte und diplomierte Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker HF.
- Über 6 Prozent: als kosmetisches Mittel nicht zulässig.
Bis 0,1 Prozent frei im Handel
Drogerien, Apotheken und Onlineshops dürfen Zahnpasten, Mundspülungen, Streifen und Gele bis 0,1 Prozent frei verkaufen.
Über 0,1 bis 6 Prozent nur über eine Fachperson
Stärkere Mittel dürfen nur an Zahnärztinnen und Zahnärzte oder an diplomierte Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker HF abgegeben werden. Kosmetikstudios gehören nicht dazu. Die erste Anwendung jedes Zyklus macht die Fachperson selbst oder beaufsichtigt sie direkt. Danach dürfen Sie den Zyklus zuhause beenden. Bei Personen unter 18 Jahren dürfen diese Mittel nicht angewendet werden.
Einkauf im Ausland und im Internet
In der EU gilt dieselbe Grenze. Stärkere Mittel gehen auch dort nur an Zahnärztinnen und Zahnärzte. Mittel mit mehr als 0,1 Prozent sind in der Schweiz nicht frei verkäuflich, egal aus welchem Land sie stammen.
Zähne bleichen mit Hausmitteln
Natron und Backpulver
Natron scheuert vergleichsweise wenig. In Zahnpasta entfernt es nachweislich Verfärbungen von der Oberfläche. Die Eigenfarbe des Zahns ändert es nicht. Backpulver enthält zusätzlich ein Säuerungsmittel. Als Bleichmittel für zuhause raten Zahnärztinnen und Zahnärzte von beidem ab.
Säure aus Zitrone, Essig und Erdbeeren
Fruchtsäure und Essig lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz. Seine Oberfläche wird dabei in wenigen Minuten weicher. Wer dann schrubbt, trägt Schmelz ab. Ungünstig ist darum Zitrone mit Natron. Eine Mischung aus Erdbeeren und Natron hellte in einer Studie nicht messbar auf.
Aktivkohle, Kokosöl und Kurkuma
Für Aktivkohle fehlt der Nachweis einer sicheren und wirksamen Aufhellung. Im Labor raute sie den Zahnschmelz auf. Auch für Ölziehen mit Kokosöl und für Kurkuma fehlt ein verlässlicher Beleg. Im Überblick:
- Löst Beläge von der Oberfläche: Natron.
- Hellt nicht nachweislich auf: Ölziehen mit Kokosöl, Kurkuma.
- Kann den Zahnschmelz schädigen: Zitrone, Essig, Backpulver, grobes Salz und Aktivkohle.
Aufhellende Zahnpasta und Produkte aus der Drogerie
Was Weissmacher-Zahnpasten leisten
Weissmacher-Zahnpasten entfernen Verfärbungen vor allem mit Putzkörpern, manche zusätzlich mit wenig Peroxid. Der Farbstoff Blue Covarine lässt Zähne kurzzeitig weniger gelb wirken. Über den natürlichen Zahnton hinaus hellen die Pasten laut Stiftung Warentest nicht auf. Wie stark eine Paste scheuert, beschreibt der RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion). Bei freiliegenden Zahnhälsen und empfindlichen Zähnen ist ein niedriger Abrieb ratsam.
Zähne bleichen mit dm-Produkten
Die deutsche Drogeriekette dm hat in der Schweiz keine eigenen Filialen. Wer bei dm in Deutschland oder online einkauft, erhält Ware nach EU-Recht. Für frei verkäufliche Bleichmittel gilt dort dieselbe Grenze von 0,1 Prozent wie in Schweizer Drogerien und Apotheken.
Bleaching-Streifen aus dem Handel
Bleaching-Streifen sind dünne Folien mit Gel. Die Streifen kommen auf die sauberen, trockenen Front- und Eckzähne. Frei verkäufliche Streifen enthalten höchstens 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid oder andere bleichende Stoffe. Für Streifen aus dem Ausland oder aus dem Internet gilt in der Schweiz dieselbe Grenze. Bei schiefen Zähnen und in den Zwischenräumen liegt die Folie oft nicht genau an. Dann kann die Aufhellung ungleichmässig ausfallen. Das Gel kann das Zahnfleisch reizen. Anwendungsdauer und Häufigkeit stehen auf der Packung, die Wirkstoffe unter «Ingredients».
Zähne bleichen mit Schiene
Individuelle Schiene oder Schiene aus dem Set
Für eine individuelle Schiene nimmt die Praxis einen Abdruck oder einen digitalen Scan. Die dünne Schiene sitzt genau und hält das Gel am Zahn. So gelangt wenig Gel ans Zahnfleisch. Schienen aus einem Set sitzen ungenauer. Die frei verkäuflichen Gele dazu enthalten höchstens 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid.
Warum eine Schienenbehandlung in der Praxis beginnt
Gel mit mehr als 0,1 Prozent gibt es nur über eine Fachperson. Die Fachperson prüft zuerst Zähne und Zahnfleisch und übernimmt die erste Anwendung jedes Zyklus. Danach bleichen Sie zuhause weiter, nach ihrer Anleitung und mit Kontrollen. Je nach Gel dauert das mehrere Wochen.
Risiken und Grenzen beim Bleichen zuhause
Nebenwirkungen hängen laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) von Konzentration, Häufigkeit und Dauer der Anwendung ab.
Empfindliche Zähne und gereiztes Zahnfleisch
Am häufigsten werden die Zähne vorübergehend empfindlich, oder das Zahnfleisch ist gereizt. Das BLV nennt zudem Schäden an Füllungen oder Zahnersatz. Bei häufiger Anwendung nennt es ein erhöhtes Krebsrisiko, besonders bei Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch oder erblicher Veranlagung.
Wenn hinter der Verfärbung eine Ursache steckt
Ein einzelner dunkler Zahn kann nach einem Unfall oder einer Wurzelbehandlung von innen verfärbt sein. Auch Karies kann einen Zahn dunkel färben. Bleichen behebt diese Ursachen nicht. Bei Karies, Rissen oder undichten Füllungsrändern kann das Mittel zudem ins Zahninnere dringen und Entzündungen auslösen.
Wer besser nicht selbst bleicht
Folgende Personen sollten gar nicht oder erst nach einer Untersuchung selbst bleichen:
- Personen unter 18 Jahren
- Schwangere und Stillende, laut Stiftung Warentest
- Menschen mit entzündetem Zahnfleisch (mehr zu den Anzeichen einer Zahnfleischentzündung)
- Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen oder empfindlichen Zähnen
- Menschen mit vielen sichtbaren Füllungen oder Kronen
Was ein Test zum Zähne bleichen zuhause aussagt
Wir testen keine Produkte und nennen keine Marken. Die Stiftung Warentest aus Deutschland hat im April 2026 insgesamt 13 Mittel für zuhause geprüft, darunter Streifen, Seren und Gele. Bewertet wurden vor allem Aufhellung und Schonung des Zahnschmelzes. Alle hellten auf, manche stark, andere nur schwach.
Checkliste vor dem Kauf
- Der Wirkstoff steht unter «Ingredients».
- Im freien Verkauf höchstens 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid.
- Anwendungsdauer und Zahl der Anwendungen sind klar angegeben.
- Warnhinweise und eine verständliche Anleitung liegen bei.
- Kein Aufhellen mit Säure wie Zitrone oder Essig.
- Realistische Erwartung: kein Hollywood-Weiss.
- Zähne und Zahnfleisch sind vorher kontrolliert.
Wann professionelles Bleaching sinnvoller ist
Für leichte Verfärbungen können Mittel für zuhause genügen.
Situationen, in denen die Praxis mehr erreicht
- Sie wünschen eine deutlich hellere Eigenfarbe.
- Ein einzelner Zahn ist dunkler, etwa nach einer Wurzelbehandlung. Ihn kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt von innen aufhellen.
- Die Verfärbungen sind ungleichmässig, oder die Zähne sind empfindlich.
- Füllungen oder Kronen müssen mitgeplant werden.
- Auch die Form der Zähne stört Sie. Dann lesen Sie, wann Veneers statt Bleaching infrage kommen.
Kontrolle und Reinigung vor dem Aufhellen
Ob zuhause oder in der Praxis: Sinnvoll ist zuerst eine zahnärztliche Kontrolle vor dem Bleichen. Dabei erkennen wir etwa Karies und Erkrankungen des Zahnfleischs früh. Bei der professionellen Zahnreinigung vor dem Aufhellen lösen wir Plaque und Zahnstein mit Ultraschall. Verfärbungen auf der Oberfläche entfernen wir mit AirFlow. Das reinigt die Zähne, bleicht sie aber nicht. Schon so kann die ursprüngliche Zahnfarbe wieder sichtbar werden.
Bleaching in der Zahnklinik Küsnacht
In unserer Klinik reinigen wir die Zähne zuerst professionell und hellen sie danach mit Power-Licht auf. Ob das für Sie passt, klären wir bei der Untersuchung. Mehr dazu lesen Sie unter Kosten und Ablauf eines Bleachings in der Praxis.
Häufige Fragen zum Zähne bleichen zuhause
Steht Ihre Frage nicht dabei? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
+41 44 915 17 77Kann man Zähne zuhause wirklich weisser machen?
Ja, in Grenzen. Zahnpasta und Natron lösen Beläge, frei verkäufliche Bleichmittel hellen die Zähne etwas auf. Ein Hollywood-Weiss sollten Sie aber nicht erwarten.
Welches Hausmittel macht Zähne am schnellsten weiss?
Keines hellt die Eigenfarbe der Zähne auf. Natron löst Beläge, sodass die Zähne sauberer wirken. Zitrone, Essig, Salz und Backpulver können dagegen den Zahnschmelz angreifen.
Ist Wasserstoffperoxid aus der Apotheke zum Zähne bleichen geeignet?
Nein. Zahnaufheller über 0,1 Prozent gibt es in der Schweiz nur über eine zahnmedizinische Fachperson, die vorher Zähne und Zahnfleisch prüft. Selbst angewendet kann Wasserstoffperoxid die Zähne empfindlich machen und den Mund reizen.
Gibt es dm-Produkte zum Zähne bleichen in der Schweiz?
Die Drogeriekette dm hat in der Schweiz keine eigenen Filialen. Wer ihre Produkte in Deutschland oder online kauft, erhält Ware nach EU-Recht. Dort gilt wie hier eine Grenze von 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid.
Ab welchem Alter darf man Zähne bleichen?
Nach der Verordnung über kosmetische Mittel dürfen Mittel über 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid erst ab 18 Jahren angewendet werden. Von schwächeren Mitteln rät die Stiftung Warentest Kindern und Jugendlichen ebenfalls ab.
Welche Produkte schneiden im Test für Zähne bleichen zuhause gut ab?
Wir nennen keine Marken. Die Stiftung Warentest hat im April 2026 insgesamt 13 Mittel für zuhause geprüft, mit Noten von gut bis ausreichend. Die Einzelergebnisse sind dort kostenpflichtig.
Passend dazu
- Professionelles Bleaching in Küsnacht
Reinigung, Power-Licht und Kosten beim Zahnarzt.
- Veneers oder Bleaching: was wann passt
Wann Aufhellen genügt und wann Keramikschalen infrage kommen.
- Ablauf der professionellen Zahnreinigung
Wie Ultraschall und AirFlow Beläge entfernen.
Vor dem Bleichen die Zähne prüfen lassen
Ob Ihre Zähne für ein Bleichen zuhause geeignet sind, klären wir bei einer Kontrolle.
