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Ratgeber Zahnform

Keramik-Veneers von der Herstellung bis zur Haltbarkeit und Pflege

Keramik-Veneers sind hauchdünne Schalen aus Keramik, die auf die Vorderseite eines Frontzahns geklebt werden. Hier lesen Sie, wie sie entstehen, wie viel Zahnschmelz dafür weicht, wie lange sie halten und wie Sie sie pflegen.

Hauchdünne Keramikschale lehnt vor einem Modell eines oberen Schneidezahns

Was Keramik-Veneers sind

Veneers verändern Farbe, Form und Länge sichtbarer Zähne, meist der oberen Frontzähne. Was sie kosten und wann ein Bleaching genügen kann, zeigt der Ratgeber Kosten und Vergleich von Veneers und Bleaching.

Aufbau einer Keramikschale

Ein Veneer bedeckt die Vorderseite eines Zahns. Manche Schalen reichen über die Schneidekante, andere enden kurz davor. Keramik ist wie Zahnschmelz leicht lichtdurchlässig. Befestigt wird die Schale mit einem Kleber auf Kunststoffbasis, der sie fest mit dem Zahnschmelz verbindet.

Der Unterschied zu Krone und Füllung

Eine Krone umfasst den ganzen sichtbaren Teil eines Zahns. Dafür wird der Zahn rundum beschliffen. Eine Füllung ersetzt verlorene Zahnsubstanz, etwa nach Karies. Ein Veneer liegt nur auf der Vorderseite und verändert vor allem das Aussehen des Zahns.

Eine Laborstudie von Edelhoff und Sorensen hat den Unterschied 2002 an Modellzähnen gemessen. Für Veneers wurde dort etwa ein Viertel bis halb so viel Zahnsubstanz abgetragen wie für eine herkömmliche Vollkrone.

Keramik oder Komposit

Veneers gibt es auch aus Komposit, einem zahnfarbenen Kunststoff. Es lässt sich leichter ausbessern, nimmt aber eher Farbe an und nutzt sich stärker ab. Keramik ist härter und behält ihre Farbe. Mehr zum Kunststoff lesen Sie unter Füllungen und Reparaturen mit Komposit.

Wann Veneers infrage kommen und wann nicht

Veneers kommen vor allem bei verfärbten, abgesplitterten oder unregelmässig geformten Frontzähnen infrage.

Vorher müssen Zähne und Zahnfleisch gesund sein. Karies und Entzündungen werden zuerst behandelt. Ein stark zerstörter Zahn braucht meist eine Krone. Bei starkem Knirschen tragen Veneers ein höheres Risiko. Stehen Zähne deutlich schief, kann eine Zahnkorrektur mit Invisalign oder Angel Aligner der bessere erste Schritt sein. Ob das für Sie passt, klären wir bei der Untersuchung.

Wie Veneers hergestellt werden

Labor oder CEREC in der Klinik

Im Labor fertigt eine Zahntechnikerin oder ein Zahntechniker die Schale nach einem Abdruck oder Scan des vorbereiteten Zahns. Bis dahin schützt oft ein Provisorium den Zahn. Eingesetzt wird die Schale an einem zweiten Termin.

Mit CEREC bleibt die Herstellung in der Praxis. Die Schale wird am Bildschirm konstruiert und von einer Schleifeinheit aus einem Keramikblock gefräst. Danach wird sie üblicherweise poliert oder bemalt und glasiert.

Herstellung mit CEREC in vier Schritten

Bei uns entstehen Keramik-Veneers mit CEREC direkt in der Klinik. Die Fertigung dauert zwei bis drei Stunden. In der Regel genügt ein Termin. Termin und Behandlung vor Ort beschreibt die Seite Veneers mit CEREC in Küsnacht.

Die vier Schritte:

  1. Scan und Planung: Ein Scanner erfasst Ihre Zähne dreidimensional, ohne Abdruckmasse und ohne Brechreiz. Form und Farbe planen wir fotorealistisch am Bildschirm.
  2. Vorbereitung: Der Zahn wird für die Schale vorbereitet und nochmals erfasst, damit sie genau passt.
  3. Fertigung: Mit CEREC entsteht das Veneer aus Keramik in der Klinik.
  4. Befestigung: Das fertige Veneer wird auf den Zahn geklebt.

Die Seite zum Scan erklärt, wie der digitale Zahnabdruck entsteht.

Farbe und Form abstimmen

Farbe und Form stimmen wir auf Ihre eigenen Zähne ab. Neben dem Farbton zählen dabei die Helligkeit und die durchscheinende Schneidekante der Nachbarzähne. Den Ablauf vom Scan bis zum Aufkleben zeigt unser Praxisfall mit verfärbten Frontzähnen.

Wie viel Zahnschmelz für Veneers abgeschliffen wird

Für klassische Keramik-Veneers wird meist eine dünne Schicht Zahnschmelz abgeschliffen. So hat die Schale Platz, und der Zahn wirkt nicht dicker als vorher. Als Richtwert nannte eine Studie der Universität Siena 1992 rund einen halben Millimeter. Wie viel es bei Ihren Zähnen wäre, zeigt erst die Untersuchung.

Warum ein Teil des Schmelzes weichen muss

Der Abtrag schafft Platz für die Keramik. Er soll aber möglichst im Schmelz bleiben, denn dort haftet der Kleber besser als am Zahnbein darunter. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Prosthetic Dentistry wertete 2024 sechs klinische Studien aus. Veneers auf Zahnschmelz hielten dort häufiger und hatten seltener Komplikationen als Veneers auf freiliegendem Zahnbein.

Wovon die Menge abhängt

Die Menge hängt vor allem von diesen Punkten ab:

  • Stellung: Ein vorstehender Zahn braucht mehr Abtrag als einer, der etwas zurücksteht.
  • Ausgangsfarbe: Eine dunkle Verfärbung braucht mehr Keramik, damit sie nicht durchscheint.
  • Form: Soll der Zahn länger oder breiter wirken, ändert sich der Platzbedarf.
  • Schmelzdicke: Am Zahnhals ist der Schmelz dünner als in der Mitte des Zahns.

Veneers mit wenig oder ohne Abtrag

Manche Veneers kommen mit sehr wenig oder ganz ohne Abtrag aus. Fachleute sprechen von Minimal-Prep- oder Non-Prep-Veneers. Das geht nur, wenn der Zahn Platz lässt, etwa bei kleinen oder etwas zurückstehenden Zähnen. Sonst wirkt er danach dicker.

Ein Schritt, der sich nicht rückgängig machen lässt

Abgetragener Zahnschmelz wächst nicht nach. Ein beschliffener Zahn braucht deshalb dauerhaft eine Versorgung, auch wenn ein Veneer später ersetzt wird. Nehmen Sie sich für diese Entscheidung Zeit.

Die Haltbarkeit von Keramik-Veneers

Keramik-Veneers sind langlebig und halten bei guter Pflege viele Jahre. Wie lange ein einzelnes Veneer hält, hängt von Pflege, Belastung und Ausgangslage ab. Vorhersagen lässt sich das nicht.

Was die Forschung zur Haltbarkeit zeigt

Eine Übersichtsarbeit im Journal of Clinical Medicine von 2021 wertete 25 Studien mit rund 6500 Keramik-Veneers aus. Nach zehn Jahren waren schätzungsweise 95,5 Prozent noch in Gebrauch. Eine Langzeitstudie der Medizinischen Universität Innsbruck verfolgte 318 Veneers bis zu 20 Jahre lang. Die geschätzte Überlebensrate lag nach zehn Jahren bei 93,5 Prozent, nach 20 Jahren bei 82,9 Prozent.

Das sind Durchschnittswerte aus Studien, keine Ergebnisse unserer Klinik. In beiden Arbeiten war ein Bruch der Keramik das häufigste Problem.

Was Veneers belastet

In der Innsbrucker Studie war das Ausfallrisiko bei Menschen, die mit den Zähnen knirschen, 7,7-mal so hoch. Auch an Zähnen ohne lebenden Nerv fielen Veneers häufiger aus. Im Alltag belasten vor allem diese Dinge die Schalen:

  • Knirschen und Pressen, oft unbemerkt in der Nacht.
  • Beissen auf Hartes wie Fingernägel, Stifte oder Nussschalen.
  • Zahnfleisch, das zurückgeht und den Rand der Schale freilegt. Achten Sie auf frühe Warnzeichen am Zahnfleisch.
  • Karies am Rand der Schale, wenn dort Belag liegen bleibt.
  • Rauchen, das den Rand verfärben kann.

Wenn ein Veneer abplatzt oder sich löst

Bewahren Sie die Schale oder das Bruchstück auf und rufen Sie uns an: +41 44 915 17 77. Kleben Sie das Veneer nicht selbst fest, auch nicht mit Sekundenkleber. Ob es sich wieder befestigen lässt oder ein neues nötig ist, zeigt die Untersuchung.

Schmerzt der Zahn oder ist er selbst abgebrochen, lesen Sie die ersten Schritte im Zahnnotfall.

Pflege von Veneers im Alltag

Veneers brauchen keine besondere Pflege. Normale Zahnpflege und regelmässige Dentalhygiene genügen. Wichtig ist der Rand, an dem Schale und Zahn aufeinandertreffen, denn dort setzt sich leicht Belag fest.

Putzen und Zahnzwischenräume

  • Putzen Sie zweimal täglich mit einer weichen oder mittelharten Zahnbürste.
  • Reinigen Sie die Zwischenräume täglich mit Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen.
  • Führen Sie die Bürste sanft über den Übergang zwischen Schale und Zahnfleisch.
  • Verwenden Sie eine Zahnpasta mit Fluorid und ohne grobe Schleifkörper.

Essen, Trinken und Gewohnheiten

Essen und trinken dürfen Sie wie gewohnt. Die Keramik verfärbt sich kaum, der feine Klebespalt am Rand mit der Zeit schon. Wer nachts knirscht, spricht das bei der Kontrolle an. Oft wird dann eine Schutzschiene für die Nacht empfohlen.

Kontrolle und Dentalhygiene

Bei der Kontrolle werden Ränder, Zahnfleisch und Biss geprüft, so fallen kleine Schäden früh auf. Die professionelle Dentalhygiene entfernt Belag auch dort, wo die Bürste schlecht hinkommt. Die Seite zur Vorsorge erklärt, wie oft eine Zahnkontrolle sinnvoll ist.

Häufige Fragen zu Keramik-Veneers

Steht Ihre Frage nicht dabei? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

+41 44 915 17 77
Wirken Keramik-Veneers dick oder unnatürlich?

Keramik-Veneers sind hauchdünn. Wir fertigen sie mit dem CEREC-System passgenau für Ihre Zähne und stimmen Farbe und Form auf die Nachbarzähne ab. Damit der Zahn nicht dicker wirkt, wird meist etwas Schmelz abgetragen.

Tut das Abschleifen für Veneers weh?

Zahnschmelz enthält keine Nerven, empfindlich wird erst das Zahnbein darunter. Ob und wie wir betäuben, besprechen wir vorher mit Ihnen. Für die örtliche Betäubung setzen wir auch die intraossäre Anästhesie ein: Das Betäubungsmittel gelangt direkt in den Knochen neben dem Zahn, Lippe und Wange werden dabei meist nicht taub. Wann es ohne Betäubung geht, erklärt die Seite Behandeln ohne Spritze.

Kann man Veneers wieder entfernen lassen?

Ja, etwa wenn ein Veneer beschädigt ist. Der Zahn darunter wurde aber für die Schale beschliffen. Er braucht deshalb danach wieder eine Versorgung, meist ein neues Veneer.

Geht ein Veneer auch an einem einzelnen Zahn?

Ja, zum Beispiel an einem abgesplitterten oder verfärbten Frontzahn. Anspruchsvoll ist dann vor allem, Farbe und Transparenz an die Nachbarzähne anzugleichen. Ob ein einzelnes Veneer genügt, zeigt die Untersuchung.

Können sich Keramik-Veneers verfärben?

Die Keramik selbst nimmt kaum Farbstoffe auf. Verfärben kann sich mit der Zeit der feine Klebespalt am Rand, etwa durch Rauchen, Kaffee oder Rotwein. Bleichmittel hellen Keramik nicht auf.

Welche Zahnpasta eignet sich für Veneers?

Eine normale Zahnpasta mit Fluorid genügt. Meiden Sie stark schleifende Pasten, zum Beispiel manche Weissmacher-Zahnpasten. Sie können die glatte Oberfläche der Keramik mit der Zeit aufrauen.

Sind Veneers bei Zähneknirschen möglich?

Knirschen und Pressen belasten Veneers stark. In einer Langzeitstudie der Medizinischen Universität Innsbruck fielen sie dabei deutlich häufiger aus. In manchen Fällen sind Veneers trotzdem möglich, oft zusammen mit einer Schutzschiene für die Nacht. Ob das bei Ihnen zutrifft, klären wir bei der Untersuchung.

Passend dazu

Beratung zu Keramik-Veneers

Ob Veneers für Ihre Zähne infrage kommen, lässt sich nur nach einer Untersuchung sagen. Fragen Sie einen Termin an oder rufen Sie uns an.

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