Ratgeber Zahngesundheit
Weisheitszähne entfernen: wann es nötig ist und wie es abläuft
Weisheitszähne entfernen ist nicht in jedem Fall nötig. Manche Weisheitszähne machen nie Probleme, andere drücken, entzünden sich oder schaden dem Nachbarzahn. Wie Ihre Weisheitszähne liegen, klären wir mit digitalem Röntgen ab. Danach besprechen wir mit Ihnen, ob eine Entfernung sinnvoll ist. Dieser Ratgeber erklärt, wann ein Weisheitszahn heraus sollte und wie der Eingriff bei uns abläuft. Sie erfahren auch, was danach normal ist und wer die Kosten trägt.

Warum Weisheitszähne so oft Beschwerden machen
Weisheitszähne sind die hintersten Backenzähne, oben und unten je einer pro Seite. Sie brechen als letzte durch und haben dafür häufig zu wenig Platz. Dann entstehen leicht Druck und Entzündungen.
Wenn im Kiefer der Platz fehlt
Fehlt hinter den Backenzähnen der Raum, bleibt der Weisheitszahn im Knochen stecken, bricht nur teilweise durch oder wächst schräg. Er kann dann auf den Nachbarzahn drücken. Zwischen beiden Zähnen entsteht oft eine Nische, die sich kaum putzen lässt. Dort bildet sich leicht Karies.
Verlagerter Weisheitszahn, retiniert oder teilweise durchgebrochen
Im Unterkiefer bleiben Weisheitszähne häufiger stecken als im Oberkiefer. Für ihre Lage gibt es drei Fachbegriffe:
- Retiniert: Der Zahn ist ganz im Kiefer geblieben und hat keine Verbindung zur Mundhöhle.
- Teilweise durchgebrochen (teilretiniert): Nur ein Teil der Krone ragt aus dem Zahnfleisch. Darunter sammeln sich leicht Speisereste und Bakterien.
- Verlagert: Der Zahn liegt schräg oder quer und wächst nicht in die übliche Richtung.
Wann ein Weisheitszahn entfernt werden sollte
Ob ein Weisheitszahn heraus sollte, entscheidet der Befund. Einige Anzeichen sprechen klar dafür. In anderen Fällen kann der Zahn bleiben.
Anzeichen, die für eine Entfernung sprechen
- Entzündungen oder Druckschmerz hinten im Kiefer, die immer wiederkehren.
- Eine entzündete Zahnfleischkapuze über einem teilweise durchgebrochenen Zahn.
- Zu wenig Platz im Kiefer, erkennbar im Röntgenbild.
- Karies am Weisheitszahn, die sich an dieser Stelle kaum behandeln lässt.
- Eine Zyste, die sich um den Zahn gebildet hat.
- Ein Schaden am Nachbarzahn, etwa Karies oder ein Abbau an seiner Wurzel.
Wann ein Weisheitszahn bleiben kann
Ein Weisheitszahn darf bleiben, wenn er keine Beschwerden macht, ganz durchgebrochen ist und sich gut putzen lässt. Auch im Röntgenbild darf er keinen Befund zeigen. Selbst ein tief liegender Zahn ohne Befund bleibt manchmal besser, wo er ist, wenn seine Entfernung riskant wäre.
Einen solchen Zahn beobachten wir bei der Kontrolle, mit digitalem Röntgen nur bei Bedarf. Die regelmässige professionelle Zahnreinigung hält auch die hintersten Zähne sauber. Ob das für Sie passt, klären wir bei der Untersuchung.
Weisheitszähne und der Engstand der Frontzähne
Ein Weisheitszahn mit zu wenig Platz kann Druck auf die Nachbarzähne ausüben. Ob er auch die Frontzähne schief stellt, ist fachlich umstritten und nicht geklärt. Allein deshalb muss ein gesunder Weisheitszahn nicht heraus.
Bei einer geplanten oder laufenden Zahnkorrektur wird gemeinsam entschieden, ob die Weisheitszähne die Behandlung stören. Wie eine kieferorthopädische Behandlung in der Klinik abläuft, steht auf einer eigenen Seite.
Weisheitszahn entfernen in der Zahnklinik Küsnacht
Wir entfernen Weisheitszähne in unserer Klinik zentral in Küsnacht-Goldbach, beim Bahnhof. Parkplätze sind vorhanden, und die Klinik ist rollstuhl- und rollatorgängig. Mehr zur Lage steht auf der Seite Zahnarzt beim Bahnhof Küsnacht-Goldbach. Wie Sie mit Bahn oder Auto zu uns finden, zeigt Anfahrt und Parkplätze in Goldbach.
Der Ablauf hat drei Schritte.
Abklärung mit digitalem Röntgen
Zuerst beurteilen wir genau, wie der Weisheitszahn liegt. Dafür nutzen wir digitales Röntgen mit geringer Strahlenbelastung. Das Bild zeigt, wie viel Platz der Zahn hat und wie nah er an Nerv und Nachbarzahn reicht. Anhand des Bildes besprechen wir mit Ihnen, ob der Eingriff nötig ist und welcher Zeitpunkt passt.
Betäubung und Eingriff
Für die Entfernung eines Weisheitszahns braucht es in der Regel eine örtliche Betäubung. Für die örtliche Betäubung setzen wir auch die intraossäre Anästhesie ein. Dabei gelangt das Betäubungsmittel direkt in den Knochen neben dem Zahn. So wird gezielt der Zahn betäubt, und Lippe und Wange werden meist nicht taub. Behandlungen ohne Spritze betreffen vor allem das Entfernen von Karies mit dem Laser. Auf einer eigenen Seite lesen Sie, wann Behandlungen ohne Spritze möglich sind.
Den Zahn entfernen wir schonend. Der Laser reduziert dabei die Blutung. Wie wir den Laser bei chirurgischen Eingriffen einsetzen, erklärt die Laserseite. Die Laserchirurgie ist ein fachlicher Schwerpunkt unserer medizinischen Leiterin Dr. Susan Oswald-Schütz.
Begleitete Heilung
Für die Tage nach dem Eingriff erhalten Sie von uns persönliche Empfehlungen. Die meisten Patientinnen und Patienten sind nach zwei bis drei Tagen wieder im Alltag. Wie es bei Ihnen verläuft, hängt von der Lage des Zahns und vom Umfang des Eingriffs ab.
Sie können online eine Abklärung Ihrer Weisheitszähne anfragen oder uns anrufen.
Schmerzen nach der Weisheitszahn-OP und der Verlauf der Heilung
Nach dem Eingriff heilt eine Wunde im Kiefer, Beschwerden in den ersten Tagen gehören dazu. Wie stark sie sind, hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Der Laser kann dazu beitragen, dass die Wunde weniger blutet und anschwillt.
Was in den ersten Tagen normal ist
Häufig sind in den ersten Tagen:
- Wundschmerz, sobald die Betäubung nachlässt.
- Eine Schwellung an Wange und Kiefer, am deutlichsten in den ersten zwei bis drei Tagen.
- Ein steifer Kiefer: Der Mund öffnet sich für einige Stunden, manchmal auch einige Tage, nicht ganz.
- Eine leichte Blutung am ersten Tag, oft nur als rötlicher Speichel.
Was die Heilung unterstützt
Diese allgemeinen Hinweise gelten, sofern wir Ihnen nichts anderes empfehlen.
- Kühlen Sie die Wange von aussen, mit Pausen.
- Spülen Sie am ersten Tag nicht. Blut spucken Sie nur aus.
- Verzichten Sie in den ersten Tagen auf Rauchen, Alkohol und Sport.
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Kopf.
- Lassen Sie Zunge und Finger von der Wunde.
- Putzen Sie die übrigen Zähne wie gewohnt, die Wunde sparen Sie aus.
- Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Absprache mit uns.
Wann Sie sich nach dem Eingriff sofort melden sollten
Melden Sie sich sofort, wenn eines dieser Zeichen auftritt. Im zahnärztlichen Notfall erreichen Sie uns unter +41 44 915 17 77. Ausserhalb der Öffnungszeiten erreichen Sie in einem echten Notfall unser Notfalltelefon +41 79 524 74 40. Für alles andere schreiben Sie uns bitte eine E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht. Die Notfallseite erklärt, was im zahnärztlichen Notfall zu tun ist.
- Eine Blutung, die trotz einer Stunde Aufbeissen auf einen Tupfer nicht aufhört.
- Schmerzen, die ab dem dritten Tag wieder zunehmen, oft mit Ohrenschmerzen. Das kann eine trockene Alveole sein.
- Fieber, Eiter oder eine Schwellung, die nach dem dritten Tag noch wächst.
- Taubheit an Lippe, Kinn oder Zunge, die nach dem Abklingen der Betäubung bleibt.
Mögliche Risiken, über die wir vorher sprechen
Jeder chirurgische Eingriff hat Risiken. Welche bei Ihrem Zahn eine Rolle spielen, besprechen wir vor der Entfernung mit Ihnen. Wie hoch Ihr persönliches Risiko ist, hängt von der Lage ab, die das Röntgenbild zeigt.
Zu den möglichen Folgen gehören:
- Nachblutung
- Schwellung und Bluterguss
- Entzündung der Wunde
- Trockene Alveole: Das schützende Blutgerinnsel löst sich zu früh aus der Wunde.
- Im Unterkiefer eine Reizung des Nervs mit Taubheit an Lippe, Kinn oder Zunge. Sie geht meist wieder vorüber.
- Im Oberkiefer eine Öffnung zur Kieferhöhle.
Was das Entfernen von Weisheitszähnen kostet
Die Kosten hängen vom Einzelfall ab, deshalb nennen wir hier keinen Festpreis. Sie richten sich nach Lage und Zahl der Zähne, dem Aufwand des Eingriffs und den nötigen Röntgenbildern. Zu den Kosten beraten wir Sie persönlich.
Grundversicherung und die Ausnahme bei Krankheitswert
In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung zahnärztliche Behandlungen in der Regel nicht. Eine Ausnahme nennt die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) in Artikel 17: verlagerte Zähne mit Krankheitswert, zum Beispiel bei einem Abszess oder einer Zyste. Dass ein Zahn schräg liegt, genügt dafür allein nicht.
Klären Sie die Kostenübernahme deshalb vor dem Eingriff mit Ihrer Krankenkasse, im Zweifel über ein Gesuch um Kostengutsprache. Haben Sie eine Zahnzusatzversicherung, gelten die Bedingungen Ihrer Police.
Abrechnung nach Dentotar und unserem Taxpunktwert
Wir rechnen transparent nach dem Tarif Dentotar ab, mit unserem Taxpunktwert von 1.13 Franken. Im Zahnarzttarif der Schweiz hat jede Leistung eine feste Zahl von Taxpunkten. Multipliziert mit dem Taxpunktwert ergibt sich der Betrag in Franken.
Häufige Fragen zu Weisheitszähnen
Steht Ihre Frage nicht dabei? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
+41 44 915 17 77Muss man Weisheitszähne immer entfernen lassen?
Nein. Ein Weisheitszahn ohne Beschwerden und ohne Befund im Röntgenbild kann bleiben. Ein gesundheitlicher Nutzen, beschwerdefreie Weisheitszähne vorsorglich zu ziehen, ist nicht nachgewiesen. Bei den Kontrollen behalten wir den Zahn im Blick.
Ab welchem Alter sollte man Weisheitszähne entfernen lassen?
Ein festes Alter gibt es nicht, entscheidend ist der Befund. Muss ein Weisheitszahn heraus, empfehlen zahnmedizinische Fachgesellschaften den Eingriff möglichst vor dem 25. Lebensjahr. Später kommt es bei der Entfernung häufiger zu Komplikationen.
Tut das Entfernen von Weisheitszähnen weh?
Während des Eingriffs ist die Stelle örtlich betäubt. Sie spüren Druck, aber in der Regel keinen Schmerz. Danach tut die Wunde einige Tage weh. Meist lässt der Schmerz nach zwei bis drei Tagen deutlich nach.
Werden alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernt?
Das ist möglich, aber nicht immer sinnvoll. Weisheitszähne können einzeln oder zu mehreren in einer Sitzung entfernt werden. Bleibt eine Seite frei, können Sie dort kauen. Was passt, hängt von der Lage der Zähne ab.
Was darf man nach dem Weisheitszahn-Ziehen essen?
Essen Sie erst, wenn die Betäubung abgeklungen ist. In den ersten Tagen eignen sich weiche Speisen wie Suppen, Smoothies und Pasta. Sehr Heisses, Scharfes oder Hartes meiden Sie besser. Nach dem Eingriff geben wir Ihnen persönliche Empfehlungen mit.
Kann ein Weisheitszahn Schmerzen bis ins Ohr verursachen?
Ja. Schmerzen eines entzündeten Weisheitszahns im Unterkiefer können bis ins Ohr ausstrahlen. Nach einer Entfernung sind neue, zunehmende Schmerzen mit Ohrenschmerzen typisch für eine trockene Alveole. Zeigt die Untersuchung am Zahn nichts, lassen Sie das Ohr ärztlich abklären.
Passend dazu
- Ursachen von Zahnfleischbluten
Wie Entzündungen am Zahnfleisch entstehen, auch rund um einen teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn.
- Hilfe bei Zahnarztangst vor dem Eingriff
Für alle, die vor der Entfernung eines Weisheitszahns Angst haben.
Weisheitszähne abklären lassen
Wir beurteilen die Lage im digitalen Röntgenbild und besprechen mit Ihnen, ob eine Entfernung nötig ist. Bei akuten Schmerzen rufen Sie besser an.
