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Ratgeber Kieferorthopädie

Aligner oder Zahnspange? Unterschied, Tragezeit und Alter

Ob Aligner oder Zahnspange besser zu Ihnen passt, hängt von der Fehlstellung, vom Alter und vom Alltag ab. Beide Wege bewegen Zähne langsam in eine neue Stellung. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied, die Tragezeit und das Alter für eine erste Abklärung. Er informiert allgemein und ersetzt keine Untersuchung.

Durchsichtige Aligner-Schiene neben einem Drahtbogen mit Metallbrackets auf dunklem Holz

Wie Aligner und Zahnspange die Zähne bewegen

Zahnspange ist der Oberbegriff für jedes Gerät, das Zähne in eine neue Stellung bringt. Alle nutzen dasselbe Prinzip: Ein leichter, gleichmässiger Druck lässt den Zahn im Kiefer langsam wandern.

Aligner als Serie durchsichtiger Schienen

Aligner sind herausnehmbare Schienen aus durchsichtigem Kunststoff. Eine ganze Serie davon wird vorab digital geplant. Jede Schiene führt die Zähne ein kleines Stück weiter. In kurzen Abständen wechseln Sie zur nächsten.

Grundlage ist ein Scan der Zähne statt Abdruckmasse. Wie das abläuft, zeigt die Seite zum Zahnscan für die Aligner-Planung.

Die feste Zahnspange mit Brackets und Drahtbogen

Bei der festen Zahnspange werden kleine Halterungen auf die Zähne geklebt, die Brackets. Ein Drahtbogen verbindet sie und überträgt die Kraft. Brackets gibt es aus Metall oder zahnfarbener Keramik. Manche sitzen innen an den Zähnen.

Die lose Zahnspange im Kindesalter

Die lose Zahnspange ist eine herausnehmbare Platte aus Kunststoff mit Drahtelementen. Sie wird vor allem bei Kindern im Zahnwechsel eingesetzt, solange der Kiefer wächst. Sollen einzelne Zähne gezielt an ihren Platz rücken, braucht es Brackets oder Aligner.

Der Unterschied zwischen Aligner und Zahnspange im Überblick

Die Tabelle zeigt vor allem, was im Alltag anders ist.

Vergleich von Aligner und fester Zahnspange
MerkmalAlignerFeste Zahnspange
Sichtbarkeitdurchsichtig, kaum zu sehensichtbar, mit Keramik weniger auffällig
Herausnehmenja, zum Essen und Putzennein, sie bleibt bis zum Schluss fest
Tragezeit und Mitarbeit20 bis 22 Stunden am Tag, braucht Disziplinwirkt rund um die Uhr
Essen und Trinkenvorher herausnehmen, mit Schiene nur Wasserharte und klebrige Speisen meiden
Zahnpflegewie gewohnt, dazu die Schienen reinigenaufwendiger, Bürstchen zwischen den Brackets
Kontrollenregelmässig, Fortschritt prüfenregelmässig, Draht anpassen
Wofür geeignetviele Fehlstellungen, nicht jede gleich gutviele Zahnbewegungen, auch schwierige
Nach der BehandlungRetainer nötigRetainer nötig

Allgemeine Übersicht. Ob eine Fehlstellung mit Alignern gut behandelbar ist, zeigt erst die Planung.

Stärken und Grenzen von Alignern und fester Zahnspange

Keiner der beiden Wege ist grundsätzlich überlegen. Entscheidend sind die Fehlstellung und Ihr Alltag.

  • Was für Aligner spricht

    • Die Schienen fallen im Gespräch kaum auf.
    • Zum Essen und Putzen nehmen Sie sie heraus.
    • Keine Brackets und keine Drähte im Mund.
    • Das voraussichtliche Ergebnis ist vorab digital planbar.
  • Was für eine feste Zahnspange spricht

    • Sie wirkt rund um die Uhr, ohne dass Sie ans Tragen denken.
    • Sie eignet sich für viele Zahnbewegungen, auch schwierige.
    • Sie kann nicht vergessen werden oder verloren gehen.
  • Wo Aligner an Grenzen stossen

    Aligner wirken nur, solange sie im Mund sind. Wer sie oft weglässt, gefährdet das Ergebnis. Nicht jede Fehlstellung lässt sich mit Schienen gleich gut behandeln. Deshalb prüfen wir zuerst, ob sich Ihre Fehlstellung für Aligner eignet.

  • Zahnpflege während der Korrektur

    An Brackets und Draht setzt sich leicht Belag fest. Das Putzen ist dadurch aufwendiger. Auch unter Schienen bleibt gründliche Pflege wichtig. Was zu Hause schwer erreichbar bleibt, entfernt eine professionelle Zahnreinigung während einer Zahnkorrektur.

Aligner-Tragezeit pro Tag und was sie im Alltag bedeutet

Warum 20 bis 22 Stunden nötig sind

Aligner sollten nach unserer Empfehlung 20 bis 22 Stunden pro Tag im Mund sein. Heraus kommen sie nur zum Essen und zur Zahnpflege. Die Zähne bewegen sich nur, solange der Druck anhält. Ist die Schiene zu oft draussen, hinkt die Bewegung dem Plan hinterher, und die nächste Schiene sitzt schlechter.

Essen, Trinken und Zähneputzen mit Alignern

  • Vor jeder Mahlzeit die Schienen herausnehmen.
  • Solange die Schienen im Mund sind, nur Wasser trinken. Kaffee, Tee und Süssgetränke gelangen sonst darunter.
  • Vor dem Einsetzen die Zähne putzen.
  • Unterwegs das Etui dabeihaben, damit keine Schiene verloren geht.
  • Häufige Zwischenmahlzeiten kosten Tragezeit.

Das Druckgefühl nach dem Schienenwechsel

Jede neue Schiene drückt anfangs etwas. Dieses leichte Druckgefühl hält meist ein bis zwei Tage an und zeigt, dass sich die Zähne bewegen. Bleibt der Druck länger oder scheuert eine Kante, lassen Sie die Schiene kontrollieren.

Ab welchem Alter ist Kieferorthopädie sinnvoll?

Eine Fehlstellung wirkt sich auf das ganze Gebiss aus, und enge Zwischenräume lassen sich schwer reinigen. Wann eine Behandlung beginnen sollte, hängt vom Befund ab.

Die erste Abklärung mit 7 bis 8 Jahren

Für die erste kieferorthopädische Untersuchung empfehlen wir ein Alter ab 7 bis 8 Jahren. In diesem Alter wechseln die Schneidezähne, und die ersten bleibenden Backenzähne sind da. Solange der Kiefer wächst, lässt sich seine Entwicklung noch lenken. Die Abklärung kann auch ergeben, dass vorerst keine Behandlung nötig ist.

Jugendliche mit bleibenden Zähnen

Mit etwa 12 bis 13 Jahren sind meist alle bleibenden Zähne ausser den Weisheitszähnen da. Dann lassen sich einzelne Zähne gezielt bewegen, mit Brackets oder mit Alignern. Aligner verlangen dabei viel Mitarbeit.

Zahnkorrektur im Erwachsenenalter

Zähne lassen sich in jedem Alter bewegen. Weil der Kiefer nicht mehr wächst, ist die Planung oft aufwendiger. Vorher werden Zahnfleisch, Kronen und Füllungen geprüft und Entzündungen behandelt.

Wie Untersuchung und Planung zusammenspielen, zeigt ein Praxisbeispiel zur Zahnspange bei Kindern und Erwachsenen.

Nach der Korrektur hält ein Retainer die Zähne in Position

Zähne neigen dazu, in ihre alte Stellung zurückzuwandern. Deshalb braucht es nach jeder Korrektur einen Retainer, ob nach Alignern oder nach einer festen Spange. Das ist ein feiner Draht auf der Innenseite der Zähne oder eine herausnehmbare Schiene. Welcher Retainer passt und wie lange, wird im Einzelfall festgelegt.

Kosten und Krankenkasse bei einer Zahnkorrektur

Wovon die Kosten abhängen

Die Kosten hängen von der Fehlstellung, der Dauer und dem Gerät ab. Deshalb nennen wir sie erst nach einer persönlichen Beratung. Wir rechnen transparent nach dem Tarif Dentotar ab, mit unserem Taxpunktwert von 1.13 Franken. Im Zahnarzttarif hat jede Leistung eine feste Zahl von Taxpunkten, die mit diesem Wert multipliziert wird.

Was Versicherungen übernehmen

Zahnspangen und Aligner sind in der Regel keine Leistung der Grundversicherung, auch bei Kindern nicht. Bei anerkannten Geburtsgebrechen wie einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zahlt die Invalidenversicherung die nötige Behandlung längstens bis zum 20. Geburtstag. Aligner übernimmt sie nur in seltenen Ausnahmen. Eine Zahnzusatzversicherung beteiligt sich je nach Vertrag an den Kosten. Ist die Fehlstellung schon festgestellt, lässt sich eine solche Versicherung aber meist nicht mehr ohne Vorbehalt abschliessen.

Aligner oder Zahnspange? So klären Sie, was zu Ihnen passt

  1. Erster Eindruck mit der Smile-Simulation

    Ein Foto mit dem Handy genügt, und Sie sehen, wie Ihre Zähne nach einer Korrektur mit Alignern aussehen könnten. Die Selfie-Vorschau mit der Smile-Simulation ist kostenlos und unverbindlich. Eine zahnärztliche Beratung ersetzt sie nicht.

  2. Untersuchung und digitale Planung

    Bei der Untersuchung erfassen wir Ihre Zähne mit dem digitalen Scan, wenn nötig auch mit digitalem Röntgen. Danach planen wir die Korrektur. Die Planung zeigt das voraussichtliche Ergebnis. Ein Versprechen ist sie nicht.

  3. Aligner-Behandlung in unserer Klinik

    Für Aligner stehen bei uns zwei Systeme zur Wahl, Invisalign® und Angel Aligner. Ablauf, Kontrollen und Retainer erklärt die Seite zur Aligner-Behandlung mit Invisalign und Angel Aligner. Ob das für Sie passt, klären wir bei der Untersuchung.

Häufige Fragen zu Aligner und Zahnspange

Steht Ihre Frage nicht dabei? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

+41 44 915 17 77
Was ist besser, Aligner oder Zahnspange?

Das hängt von der Fehlstellung, vom Alter und davon ab, wie konsequent Sie Schienen tragen. Aligner sind unauffälliger. Eine feste Spange wirkt ohne eigenes Zutun. Welcher Weg in Ihrem Fall sinnvoll ist, zeigt erst die Untersuchung.

Wie viele Stunden am Tag muss man Aligner tragen?

Wir empfehlen 20 bis 22 Stunden pro Tag, also auch in der Nacht. Nur zum Essen und zur Zahnpflege nehmen Sie die Schienen heraus.

Reicht es, Aligner nur nachts zu tragen?

Bei Invisalign® und Angel Aligner nicht. Für beide Systeme empfehlen wir 20 bis 22 Stunden am Tag. Bei zu kurzer Tragezeit bewegen sich die Zähne nicht wie geplant. Die nächste Schiene passt dann schlechter, und die Korrektur dauert länger.

Darf man mit Alignern essen und trinken?

Zum Essen nehmen Sie die Schienen heraus. Mit Schienen im Mund trinken Sie nur Wasser. Vor dem Einsetzen putzen Sie die Zähne.

Geht eine Korrektur mit fester Zahnspange schneller als mit Alignern?

Eine allgemeine Regel gibt es nicht. Die Dauer hängt vor allem davon ab, wie viele Zähne sich wie weit bewegen müssen. Bei Alignern zählt auch die Tragezeit.

Ab welchem Alter sollte ein Kind zum ersten Mal kieferorthopädisch untersucht werden?

Wir empfehlen eine erste Untersuchung ab dem 7. bis 8. Lebensjahr. Dann lässt sich beurteilen, wie sich Zähne und Kiefer entwickeln. Eine Behandlung beginnt deswegen nicht zwingend sofort.

Braucht man nach Aligner oder Zahnspange einen Retainer?

Ja, nach beiden Wegen. Ohne Halt wandern die Zähne mit der Zeit in Richtung ihrer alten Stellung zurück. Der Retainer ist ein feiner Draht innen an den Zähnen oder eine herausnehmbare Schiene.

Zahlt die Krankenkasse Aligner genauso wie eine Zahnspange?

Die Grundversicherung zahlt in der Regel weder das eine noch das andere. Einen Unterschied macht die Invalidenversicherung. Sie zahlt bei anerkannten Geburtsgebrechen bis zum 20. Geburtstag, Aligner-Behandlungen übernimmt sie aber nur ausnahmsweise. Bei einer Zahnzusatzversicherung entscheidet der Vertrag.

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Abklärung Ihrer Zahnstellung

Welche Korrektur passt, zeigt die Untersuchung. Bringen Sie Ihre Fragen zu Aligner und Zahnspange mit.

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